+++ EM-Tagebuch 2011 +++

Tzscherlis + Monis
EM-Tagebuch 2011

2011

15

Monis EM-Tagebuch
Urlaub in Belgrad

Oktober



"Was, Du machst Urlaub in Serbien, was willst Du denn da?" Auf die Antwort: "Als Fan zur Volleyball-EM der Damen!" wurde ich leise belächelt oder für verrückt erklärt, zumal nach dem glanzlosen Abschneiden beim Asien Grandprix erst recht.
Die Aussage: "Wenn wir fahren, erreichen wir das Finale!" war mehr so dahin gesagt, hofften wir doch auf einen guten 4. Platz analog wie vor 2 Jahren in Polen.

Mit Vroni, Jörg und Achim ging es am 23. September ab Berlin-Tegel mit AirBerlin und Nicki über Wien nach Belgrad. Die Pension am Stadtrand von Belgrad hatten wir gebucht und die Tickets übers Internet gekauft. Es gab super günstige Turnier-Tickets (7 Tage á 2 Spiele in der 2. Kategorie für 65 Euro p.P.)

Belgrad empfing uns mit 28 °C und strahlendem Sonnenschein. Gleich am Flughafen fiel uns die Unmenge an Taxis auf. Es soll fast so viele geben wie in New York. Nur der Zustand der Autos ist erschreckend, viele hält wirklich nur der Rost zusammen. Augen zu und durch, denn mit so einem Gefährt ging es etwa 27 km vom Airport zu unserer Pension.
Dort angekommen, wurden wir mit einem herzlichen "Dober dan" begrüßt. Den Rest des Tages verbrachten wir damit, die Karten im zentralen Vorverkauf der Belgrad Arena abzuholen (diese Halle ist bekannt für den Schlager-Grand-Prix 2008 mit dem letzten Platz der No Angels) und mal lecker Essen zu gehen. Der Kellner verstand deutsch und empfahl uns eine Grillplatte mit Würstchen, Chevapchichi, Steaks, Schaschlik... Wir haben gleich ein Foto gemacht. Das diente uns bei den nächsten Tagen im Restaurant als Vorlage, da "unser Kellner" die Schicht gewechselt hatte und sein Kollege nur serbisch verstand.

Am 2. Tag begann endlich die EM. Vormittags haben wir noch ein paar Einkäufe getätigt, Geld gewechselt (100 Euro = ca. 10.000 Dinar) und Busfahrkarten geholt. Diese gibt es an einem der zahllosen Kioske an jeder Ecke, eine Fahrt mit einem Verkehrsmittel (Bus, O-Bus oder Straßenbahn) kostet 50 Dinar. Umsteigen ist nicht möglich - aber bei dem Preis!!
14.30 Uhr ging es los, Achim, Vroni und ich jeweils im National-Trikot Nr. 4. In der Nähe unserer Pension befand sich ein kleiner Busbahnhof und mit der Linie 16 fuhren wir 8 Stationen bis zur Halle Pionir. Dort angekommen, hieß es warten, denn die Halle wurde erst eine Stunde vorher geöffnet. Aber wir haben den Mannschaftsbus empfangen und alle haben sich sehr gefreut über unseren Empfang. Übrigens, beide Mannschaftsbusse kamen jeweils mit Polizei-Korso, das war bei dem dichten Straßenverkehr auch nötig. Dann kamen noch unsere 4 Wiesbadener Fans, Fam. Ssuschke mit 7 Personen und Fam. Fürst. In der Halle waren dann noch 2 Gäste mit einer Deutschlandfahne, es stellte sich später heraus, dass es Botschaftsangestellte waren.

Der Einlass in die Halle glich der Kontrolle am Flughafen. Männer und Frauen wurden getrennt kontrolliert, neben dem Einlass stand noch Polizei. Wir mussten folgende Dinge abgeben: Getränke, Feuerzeuge, Kugelschreiber und Kleingeld. Achim hatte noch einen Einkaufschip in der Tasche, auch den. Von den abgegebenen Sachen haben wir nichts wieder bekommen, höchstens die Feuerzeuge in defektem Zustand. Doch danach kam die böse Überraschung. Die Vorhalle war leer, keine Getränke, keine Programme, keine Souvenirs, keine Snacks. Nur ein einsamer Verkäufer mit Popcorn und Sonnenblumenkernen. Und in der Halle waren wir die einzigen Fans. Die Vorrundenspiele und später die Quali-, Viertel- und Halbfinalspiele ohne serbische Beteiligung interessierte hier niemanden. Es gab da mehr Offizielle wie Zuschauer.

Für das serbische und internationale Fernsehen sollten wir die Plätze wechseln, aber wir saßen genau hinter der deutschen Bank, sprich Poleposition. Mit dem Richtfunkmikrofon des Fernsehens konntet Ihr uns also immer hören. Die ersten 2 Gruppenspiele wurden ja mit 3:0 gewonnen.
Wir sind dann jeweils raus aus der Halle, denn der Durst war groß!!!! Bei einem gemütlichen Glas Wein in der Pension haben wir uns dann die Abendspiele der Serbinnen angesehen und unsere Gastgeber mit dem Volleyballvirus infiziert.

Das 3. Vorrundenspiel war dann 20.00 Uhr und die Halle zu 2/3 gefüllt. Zum Glück hat unsere Mannschaft bei den Pfeifkonzerten und Buhrufen die Nerven behalten und den Gruppensieg mit einem 3:1 erzielt. Ich weiß nicht, ob Ihr am Bildschirm das "Vorspiel" um die Platzwahl mitbekommen habt. Deutschland sollte von unserer Seite weg auf der anderen spielen. Maggi hatte aber das Losglück und hat statt des Aufschlags den "angestammten" Platz gewählt. Wir waren so was von happy!!!

Gruppensieg bedeutete für uns einen Urlaubstag mehr. Die Karten für die Qualirunde haben wir in unserer Pension verschenkt.

Am ersten spielfreien Tag haben wir uns mit einigen Mädels an der Touristinfo getroffen. Wir sind dann mit Tzscherli und Conny zur Festung. (Tzscherli hat ja davon schon in ihrem Tagebuch berichtet.) Am nächsten Tag waren wir im Zoo. Er ist einer der kleinsten und ältesten in Europa, aber z.Z. sind weiße Löwenbabys die Attraktion.









Mit dem Viertelfinalspiel gegen Tschechien, jetzt war auch Fam. Thomsen angereist, ging es weiter. Anfangs herrschte viel Nervosität auf deutscher Seite, war es doch das einzige K.o-Spiel. Aber zu keiner Zeit zweifelten wir an der Stärke unserer Mannschaft. Mit einem 3:0 war der 4. Platz erreicht, also das Minimalziel.

Der nächste Tag war wieder ein sogenannter Reisetag. Die Sieger der Viertelfinale aus Monza in Italien, die Türkei und Italien, mussten nach Belgrad reisen und wir hatten unseren 3. Urlaubstag. Was tun?
Die Feier nach dem Viertelfinale steckte uns noch in den Knochen und das Wetter meinte es gut mit uns. Deshalb fuhren wir mit dem Bus quer durch die Stadt ins Naherholungsgebiet der Belgrader, zur Ada Ciganlija. Am Nebenfluss der Donau, der Sava befindet sich auf einer Halbinsel ein wunderschönes Strandbad, Sportstätten, Parkanlagen... Während Fam. Ssuschke zu den Badegästen zählte, haben wir uns einen Palatschinken schmecken lassen und schon mal an die kommenden Spiele gedacht. Alles war möglich, zumal 2 Tage vorher Favorit Russland von der Türkei sensationell mit 0:3 geschlagen worden ist. Noch war Platz 3 unser Wunsch. Aber wir träumten schon mal in der Sonne.

Am 1. Oktober begann das Halbfinale. Die Halle füllte sich etwas mehr zum 1. Spiel, waren doch auch italienische Fans angereist.
UND- plötzlich öffnete der Getränkeshop in der Halle. Ein kleiner Kiosk für eine Halle mit mehr als 8000 Sitzplätzen. Inzwischen waren wir aber an die 2 Stunden Nichts zu haben gewöhnt. Und auch dieses Spiel endete sensationell mit 3:0. Favorit Italien geschlagen. FINALE!!!!!

Lange haben wir vor der Halle mit den Mädels geweint, getanzt, gefeiert. Wir konnten es alle nicht fassen, zumal damit die erste Olympia-Quali geschafft war. Dass Serbien nur sehr knapp gegen die Türkei gewonnen hat, haben wir nur so nebenbei mitbekommen. Dieser Abend war im Nachhinein der schönste.

Am Final-Tag hieß es erst mal Koffer packen, denn am 3. Oktober ging es wieder nach Hause. Dann zeitig in die Halle zum Spiel um Platz 3, wir mussten ja unsere Plätze sichern, das hieß 14.00 Uhr. Trotz Reservierung hat es niemanden interessiert, gleich gar nicht, wenn wir deutschen Fans unsere Plätze haben wollten. Nur Achselzucken der Ordner. Die Halle füllte sich zusehends, und beim Finale waren geschätzte 9000 serbische Fans und wir kleine Gruppe in der Halle. Der deutsche Botschafter kam auch zum Spiel und hat uns noch begrüßt. Nach der kleinen Enttäuschung und der Siegerehrung lotste uns Tzscherli noch in die Kabine. Wir ließen die Sektkorken knallen, sangen gemeinsam: "Vizemeister,Vizemeister!" Tja, wie das Spiel ausgegangen ist, wisst Ihr ja alle. Eine starke "serbische Wand" mit einem hervorragenden Hallensprecher (!!!) und unfaire Pfiffe - da war das Silber Gold wert. Tja und dann wurde Gio in die Kabine gelockt und bekam die Haare gefärbt. Viele Hände mussten ihn festhalten, denn er wollte sich die Farbe immer wieder abwaschen. Aber den Mädels ist es geglückt, ihn so in den Mannschaftsbus zu transportieren. Diese Freude aller war doch ein sehr versöhnlicher Abschluss der EM.



Nach einer kurzen Nacht ging es wieder zurück zum Airport und nach Berlin-Tegel.



Der Mannschaft wünschen wir viel Erfolg in Japan!

Monika

Fotos: Moni, Vroni, Achim, Jörg

2011

10

Tzscherlis EM-Tagebuch Teil 7

Oktober



Nach erfolgreichem Abschluss der EM (die Silbermedaille ist für uns so schön und wertvoll wie Gold), hatte ich vor lauter Freude gar keine Zeit für einen Bericht, aber ich bin ihn euch schuldig... Das Italien-Spiel war der Hammer! Keiner hätte mit diesem Ergebnis gerechnet! 3-0! Im Finale haben wir zwar verloren, aber trotzdem sind wir alle zufrieden!

Bei unserer Ankunft am Flughafen von Dresden wurden wir von Freunden, Familie, Vereinsführung, Presse und Fernsehen herzlich empfangen. Es gab Küsschen und Blümchen für jeden.

Im November spielen wir World-Cup, der Modus ist jeder gegen jeden. Das bedeutet 11 Spiele in 14 Tagen. Bei Gegnern wie USA, Brasilien, DomRep, Serbien und Japan wird es schwer, unter die ersten drei zu kommen und sich für Olympia zu qualifizieren, aber wer weiß, wer weiß… ;)

Mittlerweile stehen wir wieder für unseren Lieblingsverein auf der Matte. Nach 2 Tagen Abschalten ging es los, Vorbereitungsturnier in Münster. Natürlich war unser Spiel noch nicht konstant, aber von Freitag zu Sonntag war eine deutliche Steigerung erkennbar. Wir dürfen uns auf eine tolle Saison freuen!

Unsere Holländer und Anne haben sich in die Mannschaft integriert, als ob sie schon ewig mit uns unterwegs wären! Es sind dufte Typen!

So, dann sehen wir uns spätestens am 19.10. zum ersten Heimspiel! Wir freuen uns auf viele Zuschauer!

Tzscherli


Anmerkung der Redaktion:
Auch viele Fanclubmitglieder hätten gern die Mädels auf dem Flughafen begrüßt, leider gab es keine Infos, wann die Maschine landet. :-(

2011

30

Tzscherlis EM-Tagebuch Teil 6

September

Viertelfinale: Deutschland - Tschechien 3:0 (25:18, 25:20, 25:17)


Wie ihr ja schon alle wisst, haben wir unser kleines Ziel erreicht. Mit dem Einzug ins Halbfinale haben wir uns schon für den Grand Prix im nächsten Sommer qualifiziert. Wir sind aber hungrig auf mehr!!! Unser großes Ziel ist Finale, und damit die Qualifikation für den World-Cup im November in Japan, was auch die erste Chance auf Olympia bedeutet!

Die Halbfinal-Paarungen sind Deutschland - Italien und Serbien - Türkei. Wir spielen morgen 17 Uhr, hoffentlich wird das im Fernsehen übertragen!

Die türkische und italienische Mannschaft sind gestern angereist, das tschechische Team ist gestern Abend noch mit dem Bus nach Hause gefahren, die Polen werden heute Vormittag das Hotel verlassen. Denn sechs Mannschaften sind das Maximum, was das Hotel verkraften kann. Sonst gibt es immer Verzögerungen und Platzmangel im Speisesaal. Gestern haben sie sogar unseren Snack vor dem Spiel vergessen, obwohl wir bestellt hatten und in deren Liste standen! Naja...

Heute haben wir uns wieder einen Ruhetag verdient: das Frühstück ist frei, 12 Uhr Mittag, 15 - 16.30 Uhr Training, 18 Uhr Abendessen, 19 Uhr Video... Ganz entspannt.

Seit gestern sind Lisa Thomsens Eltern da, im Moment machen sie zu dritt grad einen Stadtbummel. Angi und Fürsti quatschen mit den italienischen Spielerinnen, mit denen sie schon in einer Mannschaft gespielt haben, ich sitze mit Kaffee auf der Terrasse, andere lassen sich von Conny behandeln, ...

Eigentlich ist unser Tagesablauf jeden Tag gleich, nur die Zeiten ändern sich. Manchmal vergessen wir sogar, was für einen Wochentag wir haben... ;)

So, ich gehe jetzt auch mal zur Physiotherapie. Mal sehen, was ich mit der restlichen Zeit anfange!

Viele Grüße nach Dresden!

Tzscherli

2011

28

Tzscherlis EM-Tagebuch Teil 5

September




Viele Grüße aus Serbien, auch von den mitgereisten Fans aus Dresden und Wiesbaden!

Hatten zwei Tage spielfrei und seit ca. 21.40 Uhr wissen wir, wer morgen unser Gegner ist: Tschechien. Wir haben zwei Sätze in der Halle gesehen, beim 1:1 sind wir aber zurück zum Hotel gefahren. Erst als das Spiel endgültig vorbei war, konnten wir Videovorbereitung machen. Und so ist es schon wieder nach 23 Uhr!

Ich will aber noch etwas von unserem Ausflug in die Stadt erzählen. Gestern nach dem Mittagessen sind wir mit dem Taxi in die Stadt gefahren. Curry hat mit ihren Eltern im Café gesessen, Angi, Maggi und Kathleen sind auch in einem Café gelandet. Ich bin mit unserer Physiotherapeutin Conny und den 4 Dresdner Fans (Vroni, Jörg, Achim und Monika) ein bisschen gelaufen. Wir sind auf der Burg rumgeschlendert, haben den Zusammenfluss von Sava und Donau gesehen, gebabelt, waren auf einem Aussichtstürmchen und am Ende unseres Spazierganges gab es für jeden noch ein leckeres Eis. Leider hatten wir nur 2 Stunden Zeit, und die waren auch viel zu schnell rum! Abends war noch leichtes Krafttraining, ansonsten viel Entspannung.

Heute war auch ein ruhiger Tag: bis 10 Uhr Frühstück, danach Video von uns (was wir in den drei Spielen gut gemacht haben und was man noch verbessern kann), Mittag, 15 Uhr Abfahrt zum Training, 16 -17.30 Uhr Training, 19 Uhr Abendessen, 19.40 Uhr in die Halle zwei Sätze gucken, 22 Uhr Video. Klingt zwar viel, aber der Vormittag war sehr entspannt.

Morgen geht’s früh los, 7.30 Uhr klingelt schon wieder der Wecker!

Drückt uns die Daumen für morgen!

Tzscherli

2011

27

Tzscherlis EM-Tagebuch Teil 4

September

Deutschland - Serbien 3:1 (25:22, 25:15, 20:25, 25:17)


Gestern Abend war es bissl spät zum Schreiben, waren erst 23.30 Uhr fertig mit Abendessen. Außerdem werden freie Tage zum Wäsche waschen genutzt, die noch eingesammelt werden musste. Aber wir müssen nicht selber waschen, das macht unser Mannschaftsleiter. ;)

Jetzt sitze ich gemütlich mit meinem Kaffee auf der Terrasse, um zu berichten!

Gestern haben wir mal richtig gezeigt, was in uns steckt!!! Es hat gestern richtig Spaß gemacht! Die Annahme war nicht so gut, aber wir haben daraus trotzdem Punkte gemacht! Irgendwie hat alles funktioniert in unserem Spiel! Die hatten keine Chance gegen uns!

Im Viertelfinale treffen wir auf den Sieger aus dem Spiel Frankreich gegen Tschechien. Wir sind als Gruppenerster direkt dafür qualifiziert. Wenn wir dieses Spiel gewinnen, dann stehen wir im Halbfinale. Man muss zugeben, die Chancen stehen nicht schlecht!

Das andere positive daran ist, jetzt können wir 2 Tage nur trainieren und uns pflegen. Heute ist ein bisschen Krafttraining am Nachmittag, ansonsten steht Physiotherapie und Ausspannen auf dem Plan. Die Mädels, die weniger gespielt haben, werden am Vormittag nochmal für 1,5 Stunden an den Ball gehen.

Nach dem Mittagessen fahren paar Mädels in die Stadt, ich treffe mich mit den Dresdner Fans, andere gehen nen Kaffee trinken. Einfach mal für zwei Stunden raus aus dem Hotel! Bisschen Belgrad-Luft schnuppern. In der Altstadt soll sehr viel Verkehr sein, aber es gibt auch eine Fußgängerzone, in der man es aushalten kann.

Gut, ich melde mich entweder morgen oder nach dem Viertelfinalspiel wieder. Euch wünsche ich eine adrenalinfreie Zeit!

Tzscherli

2011

25

Tzscherlis EM-Tagebuch Teil 3

September

Deutschland - Frankreich 3:0 (25:18, 25:23, 25:18)


Hallo Dresden!

Mit zwei mehr oder weniger souveränen Pflichtsiegen sieht doch die Welt schon ganz anders aus! Morgen kommt dann das entscheidende Spiel um den Gruppensieg... Dazu ist Teamgeist und Lockerheit wichtig!

Obwohl heute die Sätze, zumindest der erste und der dritte, ziemlich deutlich waren, hatte man nach dem Spiel trotzdem ein ungutes Gefühl. Wir haben es uns nicht immer einfach gemacht. Aber gewonnen ist gewonnen, morgen fragt keiner mehr nach dem "WIE"!

Anne hatte heute im zweiten Satz einen ganz wichtigen Einsatz und hat ihren Job super gemacht. Aufschläge mit Druck und ohne Fehler und eine gute Abwehr haben uns den Satz gerettet! Zur Belohnung durfte sie mit Mareen gleich zur Dopingkontrolle! ;)

Morgen können wir ausschlafen, 12 Uhr ist erst Training und danach Essen und Mittagsschlaf. Wahrscheinlich sehen wir uns vorher noch bisschen Serbien auf Video an, aber das ist gut so!

Ich melde mich morgen wieder, hoffentlich mit guten Nachrichten!

Viele Grüße nach Dresden!

Tzscherli

2011

24

Tzscherlis EM-Tagebuch Teil 2

September

Deutschland - Ukraine 3:0 (25:17, 25:15, 25:17)


Den ersten Tag haben wir geschafft! Das Eröffnungsspiel ist immer schwer!

Wir haben ganz gut gespielt, aber im dritten Satz ein bisschen nachgelassen.

Ich hatte im Spiel wenige Ballkontakte, am Anfang weder in der Annahme, noch in der Abwehr. Im Laufe des Spiels durfte ich dann auch mal annehmen (Leider nicht immer gut! ;) ), im letzten Satz auch abwehren.

Mareen hatte einen Kurzeinsatz im Block für Kathleen Weiß. Anne bekam leider keinen Einsatz, aber in den nächsten Spielen wird sie auf jeden Fall gebraucht!

Abends saßen alle vor der Glotze, im serbischen Fernsehen kommen alle Spiele der Heimmannschaft live! So konnten wir unseren morgigen Gegner schon mal begutachten. Bisschen Video gab es zwar auch schon, aber wir haben mehr das Hintergrundbild auf dem Computer gesehen, als Frankreich! (Das Kabel hatte einen Wackelkontakt.) Auffällig war die Zuschauerzahl beider Spiele: unser Spiel ca. 100, bei Serbien etwa 3000 Leute! (Ich kann keine exakten Zahlen angeben, nur damit das Verhältnis rüber kommt.) Unsere Fans haben tüchtig angefeuert, immerhin waren es 15!

Morgen geht’s halb 9 aus der Koje. Dann sind wir taufrisch für die nächste Aufgabe!

Liebe Grüße an die Heimat!

Tzscherli

2011

22

Tzscherlis EM-Tagebuch Teil 1

September




Viele Grüße nach Dresden! Ich werde allen Daheimgebliebenen nach jedem Spiel eine kleine Zusammenfassung des Tages geben.

Als erstes nochmal ein kurzer Rückblick auf diesen Sommer, beginnend nach dem Urlaub:

Ab 8.7. trafen alle mit großer Motivation und Hoffnung für den Grand Prix in Kienbaum ein. Es wurde fleißig trainiert, um möglichst viele Weltranglistenpunkte in Asien zu sammeln. Unser Ziel hieß Endrunde!

Am 20., 21. und 23.7. gab es nochmal 3 Länderspiele gegen Italien, die uns jedoch wieder auf den Boden der Tatsachen zurück holten. Das erste Spiel in Münster und das zweite Spiel in Paderborn wurden verloren, das dritte in Vilsbiburg ging mit 3:1 an uns.

Nach 2 Tagen Ruhe ging es ab 26.7. in Kienbaum weiter. Es war nur noch 1 Woche, dann ging es nach Asien. Wir wußten, daß es schwere Vorrundengruppen sind, aber die Hoffnung stirbt zuletzt!

Im Nachhinein hätte der Grand Prix sicher besser laufen können, aber wenn man die Sache nüchtern betrachtet, hatten wir Gegner wie Russland, Japan, Brasilien, China und Italien, die in der Weltrangliste weit vor uns stehen. Aus manchem Spiel und auch einzelnen Sätzen war bestimmt mehr rauszuholen, und wir sind mit dem Abschneiden auch nicht zufrieden, aber mit dem Abschneiden bei der EM kann man viel wieder gut machen!

Wir durften uns nochmal 4 Tage regenerieren, bevor die unmittelbare Vorbereitung für die EM anfing. Wir waren wieder 17 Leute zum Training, auch Angelina Grün wollte nochmal ihr Glück in der Halle probieren. Auch wenn sie die letzte Zeit beachte, hat sie dennoch in der Halle nichts verlernt.

Die 2 Testspiele gegen Tschechien am 18.9. in Kienbaum und am 19.9. in Frankfurt/Oder konnten wir deutlich gewinnen, was auch unserer verbesserten Trainingsleistung entsprach!

Heute ist der 22.9., Anreisetag bei der EM. Wir haben unser Hotel bezogen: die Zimmer sind recht klein, das Bad ist sauber, das Essen sehr gut! Wir haben kostenloses Internet, TV und Klimaanlage.

In 45 min gehts zum Training, damit wir am Samstag loslegen können!

So, ich melde mich Samstag Abend nach dem Spiel gegen die Ukraine wieder!

Tzscherli